{"id":479,"date":"2017-03-15T16:25:00","date_gmt":"2017-03-15T15:25:00","guid":{"rendered":"http:\/\/feuerwehr-oedheim.de\/Wordpress\/?post_type=einsatz&#038;p=479"},"modified":"2018-02-20T10:34:58","modified_gmt":"2018-02-20T09:34:58","slug":"250kg-sprengbombe-im-ortskern","status":"publish","type":"einsatz","link":"https:\/\/feuerwehr-oedheim.de\/index.php\/einsatzberichte\/250kg-sprengbombe-im-ortskern\/","title":{"rendered":"12 | 250kg Sprengbombe im Ortskern"},"content":{"rendered":"<p><strong>Evakuierung fordert Gro\u00dfaufgebot an Rettungskr\u00e4ften<\/strong><\/p>\n<p>Im Ortskern beim alten Friedhof wurde gestern am 15.03.2017 kurz nach 16:00 Uhr bei Bauarbeiten eine 250kg Fliegerbombe aus dem 2. Weltkrieg gefunden.<\/p>\n<p>Im ersten Schritt wurde von der Feuerwehr der Fundort abgesperrt und die zust\u00e4ndigen Stellen alarmiert. Nach Eintreffen der Polizei stimmte sich die Einsatzleitung der Feuerwehr und der Polizei \u00fcber das weitere Vorgehen ab.<\/p>\n<p>Als der alarmierte Kampfmittelr\u00e4umdienst an der Einsatzstelle eingetroffen war, erkundete dieser den Sprengsatz um das weitere Vorgehen festzulegen. Das Fundobjekt wurde vorsichtig vom Kampfmittelr\u00e4umdienst freigelegt um den genauen Typ zu erkennen und daraus die notwendigen Ma\u00dfnahmen abzuleiten. Nach dem Freilegen war klar, dass es sich um einen intakten amerikanischen Sprengsatz aus dem zweiten Weltkrieg handelte. Dieser muss vor Ort entsch\u00e4rft werden um ihn abtransportieren zu k\u00f6nnen. Die Einsatzleitung von Polizei und Feuerwehr wurden unterrichtet in einem Radius von 300m um den Fundort herum alle Personen zu evakuieren.<\/p>\n<p>Nach der ersten Einsch\u00e4tzung wurde damit gerechnet, dass ca. 1500 Personen von dieser Evakuierung betroffen sind. Zum einen bestand die Schwierigkeit darin, diese Anzahl an Personen aus diesem Gebiet heraus zu bef\u00f6rdern, zum anderen mussten schnellstm\u00f6glich ausreichend Notunterk\u00fcnfte vorbereitet werden um dieser Personen dort hin zu verbringen. Um dieses logistisch zu meistern, wurden mehrere Einsatzabschnitte gebildet. Der erste Einsatzabschnitt konzentrierte sich auf die Evakuierung der Personen, der zweite Einsatzabschnitt war f\u00fcr die Koordination der Busse verantwortlich und der dritte Einsatzabschnitt war f\u00fcr die Notunterk\u00fcnfte zust\u00e4ndig. Als Zeitplan wurde definiert, dass f\u00fcr die Evakuierung rund drei Stunden ben\u00f6tigt werden, f\u00fcr die anschlie\u00dfende Vorbereitung der Entsch\u00e4rfung ca. 30min und f\u00fcr die eigentliche Entsch\u00e4rfung ca. eine Stunde ben\u00f6tigt wird. Danach kann der R\u00fccktransport veranlasst werden.<\/p>\n<p>Im ersten Schritt wurden nun der Evakuierungsradius in vier Sektoren eingeteilt und sogenannte Unterabschnitte gebildet. In jedem dieser vier Sektoren wurde ein Sammelplatz definiert, an welchem sich die zu evakuierenden Personen einfinden sollen um durch Busse zu den Unterk\u00fcnften bef\u00f6rdert zu werden. Parallel dazu wurden \u00fcber Busunternehmen die Transportmittel organisiert und ein zentraler Bereitstellungsplatz im Bereich der L1088 eingerichtet, von welchem die Busse zu den einzelnen Sammelpunkten entsendet werden konnten. Die L1088 wurde daraufhin voll gesperrt um den Bussen an der Buswendeplatte im Neuberg eine reibungslose An- und Abfahrt zu gew\u00e4hrleisten. Um ein Verkehrschaos zu verhindern, wenn diese Anzahl an Personen zeitgleich das Evakuierungsgebiet verlassen, wurde darauf verzichtet die Personen anzuweisen, eigenst\u00e4ndig mit PKWs das Gebiet zu verlassen. Eine Vielzahl tat dies allerdings trotzdem um bei Bekannten und Verwandten unterzukommen. Das bef\u00fcrchtete Verkehrschaos blieb Gott sei Dank aus und es kam lediglich zu leichten Staus auf Oedheims Stra\u00dfen, die ges\u00e4umt von Rettungsfahrzeugen waren.<\/p>\n<p>Zeitgleich wurde \u00fcber alle Medien sowie der App \u201eNINA\u201c eine Bev\u00f6lkerungswarnung herausgegeben mit der Bitte, dass alle betroffenen Personen den Gefahrenbereich verlassen sollen und sich am Sammelplatz einfinden.<\/p>\n<p>Da nicht vorausgesagt werden konnte, wie viele Personen sich aktuell in dem 300m Radius befinden und ebenfalls wie viele Personen sich an die Sammelpl\u00e4tze begeben und in Notunterk\u00fcnfte untergebracht werden mussten, wurden vom Einsatzabschnitt Notunterbringen Hallen in Oedheim und Bad Friedrichshall vorbereit um die gesch\u00e4tzte Anzahl von 1500 Menschen unterzubringen. Ebenfalls wurden Getr\u00e4nke und Lebensmittel geordert um die Evakuierten versorgen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die alarmierten Kr\u00e4fte der Feuerwehr Oedheim und der Polizei wurden um 18:30Uhr in die einzelnen Sektoren entsandt um mit Lautsprecherdurchsagen und per Fu\u00dftruppe die Personen aus dem Gefahrenbereich zu evakuieren.<\/p>\n<p>Der F\u00fchrungsstab des Landkreise Heilbronn hatte mittlerweile in Feuerwehrhaus in Oedheim die Arbeit aufgenommen und begann mit der Unterst\u00fctzung der \u00f6rtlichen Einsatzleitung. Es wurde eine Kommunikationsstruktur, eine Lagedarstellung und weitere Informationen im Stab zusammengef\u00fchrt um ein Bild \u00fcber die Lage zu bekommen.<\/p>\n<p>Bei Beginn der Evakuierung wurden weitere Kr\u00e4fte der Feuerwehr haupts\u00e4chlich mit ELWs hinzugezogen, damit zu jeder Notunterkunft sowie in den einzelnen Einsatzabschnitten eine zentrale Stelle als Ansprechpartner zur Verf\u00fcgung stand. Der Einsatzabschnitt Evakuierung wurde \u00fcber den ELW2 beim Ger\u00e4tehaus koordiniert. Der Abschnitt Transport wurde \u00fcber den ELW 1 aus Bad Friedrichhall im Beriech L1088, Einfahrt Neuberg, geleitet. Weitere Kr\u00e4fte aus Bad Rappenau, M\u00f6ckm\u00fchl und Bad Friedrichhall bildeten die Schnittstellen zu den Notunterk\u00fcnften.<\/p>\n<p>Ab dem Zeitpunkt liefen alle Informationen im F\u00fchrungsstab und der Einsatzleitung zusammen. In der Einsatzleitung waren Vertreter der Feuerwehr, der Polizei, des DRK sowie des THW um die jeweiligen Einsatzauftr\u00e4ge entgegen zu nehmen. Dies waren beispielsweise Transportauftr\u00e4ge von Personen die nicht eigenst\u00e4ndig ihr Haus verlassen konnten oder auch Auftr\u00e4ge zur Ausleuchtung von diversen Pl\u00e4tzen im Ort.<\/p>\n<p>Um 19:00Uhr fand die erste Besprechung der Leitung und des Stabes statt, welche dann immer zur vollen Stunde einberufen wurde um alle Einsatzkr\u00e4fte auf den aktuellen Stand zu bringen. Das DRK mit seinem organisatorischen Leiter und dem leitenden Notarzt nahm parallel zur laufenden Evakuierung zusammen mit Mitarbeitern der Gemeine die ersten Personen in den Notunterk\u00fcnften entgehen und betreute diese zusammen mit der Seelsorgeeinheit. Ebenfalls bereitet sich das DRK, welches aus dem kompletten Landkreis Heilbronn anger\u00fcckt war, auf einen MANV vor, sollte die Entsch\u00e4rfung nicht wie geplant ablaufen. Zum Gl\u00fcck mussten wir dieses Register nicht ziehen, aber die Einsatzkr\u00e4fte waren auf das Schlimmste vorbereitet.<\/p>\n<p>Im weiteren Verlauf des Einsatzes bereitete sich die Feuerwehr ebenfalls auf den \u201eWorstcase\u201c vor. Da die Oedheimer Einsatzkr\u00e4fte und Fahrzeuge in der Evakuierung gebunden waren, wurden von Bad Friedrichshall und von Neckarsulm ein Halbzug und ein L\u00f6schfahrzeug im Ortsgebiet bereitgestellt. Eine Einheit deckte den Bereich \u00f6stlich der Fundstelle ab, die andere Einheit wurde westlich bei kath. Gemeindehaus in Stellung gebracht. Diese Einheiten sicherten zum einen den Grundschutz der Gemeinde ab, sollte ein zeitkritischer Einsatz hinzukommen und standen ebenfalls zur Verf\u00fcgung, wenn die Entsch\u00e4rfung misslungen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Bei der zweiten Stabbesprechung um 20:00Uhr kam bereits die Meldung dass zwei Sektoren komplett evakuiert sind und die weiteren zwei Sektoren ca. zur H\u00e4lfte abgearbeitet sind. Der F\u00fchrungsstab bereitete sich dann auf seine eigene Evakuierung aus dem Gefahrengebiet vor, da das Feuerwehrhaus ca. 150m Luftlinie vom Fundort entfernt war. Hierzu wurde das kath. Gemeindehaus vorbereitet um nach der kompletten Evakuierung die Arbeit dort weiterzuf\u00fchren. Ebenfalls verlegten die Polizei und das DRK ihre Einsatzleitung und ihre Fahrzeuge in den Bereich Gemeindehaus\/EDEKA.<\/p>\n<p>Bei der zweiten Besprechung um 21:00 konnte bis auf einen Krankentransport der bereits im Gange war Vollzug der Evakuierung gemeldet werden. Somit wurde auch der zuvor festgelegte Zeitplan von drei Stunden besser als geplant eingehalten. Daraufhin verlegten die Einsatzkr\u00e4fte zum katholischen Gemeindehaus. Parallel wurde eine Kotrollfahrt durch die Feuerwehr sowie eine Kontrolle durch die Polizei durchgef\u00fchrt, damit man die doppelte Sicherheit hatte, dass der komplette Gefahrenbereich ger\u00e4umt ist. Alle Zufahrtsstra\u00dfen in den Gefahrenbereich wurden durch die Polizei und die Feuerwehr abgeriegelt. Nachdem beide Organisationen ihr ok gemeldet hatten, begann der Kampfmittelr\u00e4umdienst nach Zeitplan kurz nach 21:30Uhr mit der Entsch\u00e4rfung der Bombe.<\/p>\n<p>Nach rund 30min kam der erl\u00f6sende Anruf, dass die Bombe entsch\u00e4rft wurde und nun verladen werden konnte. Nach dem Abtransport wurde die Sperrung des Gefahrenbereiches aufgehoben und die Busse brachten die Evakuierten Personen wieder zur\u00fcck an die Sammelpl\u00e4tze. Zeitgleich wurde die Aufhebung der Bev\u00f6lkerungswarnung veranlasst, sowie eine Pressemitteilung heraus gegeben, dass die Evakuierung aufgehoben ist.<\/p>\n<p>Die Einsatzkr\u00e4fte beendeten ihren Einsatz und r\u00fcckten wieder nach und nach ab.<\/p>\n<p>Im Einsatz waren insgesamt rund 350 Einsatzkr\u00e4fte von Feuerwehr, Polizei, DRK und THW.<\/p>\n<p>Die Feuerwehr Oedheim m\u00f6chte sich an dieser Stelle nochmals bei allen eingesetzten Kr\u00e4ften f\u00fcr die professionelle und reibungslose Zusammenarbeit bedanken. Ebenfalls gilt unser Dank der kath. Kirchengemeinde f\u00fcr das schnelle zur Verf\u00fcgung stellen des Gemeindehauses.<\/p>\n<p>Nicht zuletzt bedanken wir uns bei allen Einwohnern f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis sowie bei Allen die in irgendeiner Weise zu dem reibungslosen Ablauf beigetragen haben. Wir waren auf das Schlimmste vorbereitet aber mussten Gott sei Dank nicht darauf zur\u00fcckgreifen.<\/p>\n<div id=\"metaslider-id-428\" style=\"max-width: 800px;\" class=\"ml-slider-3-108-0 metaslider metaslider-nivo metaslider-428 ml-slider has-dots-nav ml-slider-lightbox-2-22-0 firelight-lightbox-2-3-19 ms-theme-default\" role=\"region\" aria-label=\"170315\" data-height=\"600\" data-width=\"800\">\n    <div id=\"metaslider_container_428\">\n        <div class='slider-wrapper theme-default'><div class='ribbon'><\/div><div id='metaslider_428' class='nivoSlider'><a href=\"https:\/\/feuerwehr-oedheim.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/170315_9.jpg\" data-src=\"https:\/\/feuerwehr-oedheim.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/170315_9.jpg\" data-thumb=\"https:\/\/feuerwehr-oedheim.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/170315_9.jpg\" class=\"ml-lightbox-enabled\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/feuerwehr-oedheim.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/170315_9.jpg\" 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