{"id":546,"date":"2017-11-01T00:44:47","date_gmt":"2017-11-01T00:44:47","guid":{"rendered":"http:\/\/feuerwehr-oedheim.de\/Wordpress\/?page_id=546"},"modified":"2022-05-12T09:32:04","modified_gmt":"2022-05-12T08:32:04","slug":"militaerflugplatz","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/feuerwehr-oedheim.de\/index.php\/chronik\/militaerflugplatz\/","title":{"rendered":"Milit\u00e4rflugplatz"},"content":{"rendered":"<p>Das gesamte Archiv der Deutschen Luftwaffe wurde in den letzten Kriegstagen im Jahr 1945 befehlsgem\u00e4\u00df vernichtet Dadurch sind alle Unterlagen &#8211; auch die der Fliegerhorstfeuerwehr &#8211; verbrannt und unrettbar verloren gegangen.<\/p>\n<p>\u00dcbrig geblieben, doch geschichtlich kaum mehr zu erfassen, ist das Gedankengut der ehemaligen Angeh\u00f6rigen dieser Feuerschutzeinheit, soweit sie noch am Leben und erinnerungsf\u00e4hig sind.<\/p>\n<p>Aus dieser Sicht bitte ich, als damaliger Leiter der Feuerschutzgruppe E 18\/VII der Fliegerhorstfeuerwehr der Deutschen Luftwaffe, meinen Beitrag zu betrachten, den ich f\u00fcr die Festschrift anl\u00e4sslich des 125 j\u00e4hrigen Bestehens der Feuerwehr Oedheim verfasst habe.<\/p>\n<p>Karl Rode<\/p>\n<p>Die Reichsgutsverwaltung Oedheim<br \/>\nNach dem Friedensvertrag von Versailles, der den Ersten Weltkrieg (1914 &#8211; 1918) auch v\u00f6lkerrechtlich beendete, war es dem Deutschen Reich verboten beim Heer und der Marine der Reichswehr Luftstreitkr\u00e4fte aufzustellen und zu unterhalten. Entgegen diesen Bestimmungen wurde im M\u00e4rz 1935 mit Einf\u00fchrung der Allgemeinen Wehrpflicht die Luftwaffe als selbst\u00e4ndiger Wehrmachtsteil ins Leben gerufen. Oberbefehlshaber der Luftwaffe wurde der damalige Reichsminister der Luftfahrt, Hauptmann a.D. Hermann G\u00f6ring. Der unter dem Deckmantel von Fliegergruppen der Verkehrsfliegerschulen begonnene Bau von zahlreichen Flugpl\u00e4tzen mit Hallen, Werften, Werkst\u00e4tten, Unterk\u00fcnften und Feuerwachgeb\u00e4uden wurde jetzt z\u00fcgig vorangetrieben. Eine ausgezeichnete Bodenorganisation und eine Flugsicherung durch Bodenfunk- und Peildienst garantierten einen sicheren milit\u00e4rischen und zivilen Luftverkehr. Es entstand auch die Fliegerhorstfeuerwehr als eine f\u00fcr den Feuerschutz des milit\u00e4rischen Flugbetriebes und der brandempfindlichen Anlagen der Luftwaffe zust\u00e4ndige Spezialeinheit. Es handelte sich dabei um eine milit\u00e4risch disziplinierte Berufsfeuerwehr, deren Einsatzgruppen einheitlich mit modernsten, neu entwickelten Fahrzeugen ausgestattet waren. Verwaltungsm\u00e4\u00dfig wurden sie vom Reichsluftfahrtministerium \u00fcber die Luftgaukommandos gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Das Personal der Fliegerhorstfeuerwehr gliederte sich in Wehrmachtsbeamte des h\u00f6heren und des mittleren Dienstes, in Reichsangestellte und Lohnempf\u00e4nger und wurde von den Berufsfeuerwehren und Freiwilligen Feuerwehren der St\u00e4dte \u00fcbernommen. Je nach Gr\u00f6\u00dfe der zu sch\u00fctzenden Anlage bestand eine Feuerschutzgruppe aus 14 bzw. 18 Mann Feuerschutzpersonal und aus 8 Soldaten der Horstkompanie. An Fahrzeugen standen den Feuerschutzgruppen Tankspritzen, Schlauchtender, Kraftfahrspritzen und Drehleitern bzw. mechanische Zweiradleitern von je 16 m Steigh\u00f6he zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Bedingt durch die \u00e4u\u00dferst kritische politische Lage des Deutschen Reiches und seiner Nachbarl\u00e4nder in den Jahren vor Kriegsbeginn &#8211; das Saargebiet wurde wieder dem Reich einverleibt, \u00d6sterreich wurde dem Reich angeschlossen, das Sudetenland, sowie B\u00f6hmen und M\u00e4hren als L\u00e4nder der Tschechoslowakei wurden von Einheiten der Wehrmacht besetzt und unter Protektoratsverwaltung gestellt &#8211; wurden etwa ab dem Jahre 1937 als Reichsgutsverwaltungen getarnte Einsatz-Flugh\u00e4fen &#8211; so auch in Oedheim &#8211; angelegt. Dabei handelte es sich um scheinbar landwirtschaftlich genutzte Anwesen mit entsprechenden Geb\u00e4udegruppierungen und zugeh\u00f6rigen, arrondierten und unterschiedlich bepflanzten Fl\u00e4chen, getarnte Milit\u00e4ranlagen &#8211; also in Oedheim wurde das Areal fachm\u00e4nnisch gepflegt und bearbeitet von Platzlandwirt Kommerell mit seiner Arbeitsgruppe. Herausragende Geb\u00e4ude waren das Wirtschaftsgeb\u00e4ude, die gro\u00dfen Scheunen, Maschinenschuppen und Remisen. Am S\u00fcdrand der Anlage Oedheim standen mehrere Baracken und eine getarnte Betriebsstofftankanlage. Zufahrten zur Reichsgutsverwaltung Oedheim waren von der n\u00f6rdlich vorbeif\u00fchrenden Landstra\u00dfe &#8211; der heutigen L 1088 &#8211; m\u00f6glich.<br \/>\nDer Luftwaffen Fliegerhorst &#8211; E 18\/VII<br \/>\nAm 22. August 1939 mussten nach den Mobilmachungskalendern der Fliegerhorste die getarnten Einsatz-Flugh\u00e4fen &#8211; so auch Oedheim &#8211; besetzt und ihrem eigentlichen Zweck zugef\u00fchrt werden. Die Feuerschutzgruppe des Stamm Fliegerhorstes Schw\u00e4bisch Hall stellte f\u00fcr die Belegung von Oedheim eine E-Gruppe in St\u00e4rke von 1 L\u00f6schmeister, 1 Oberfeuerwehrmann und 2 Feuerwehrm\u00e4nnern mit Tankl\u00f6schfahrzeug und Schlauchtender zur Verf\u00fcgung. Von der Truppe wurde die seitherige Reichsgutsverwaltung Oedheim -jetzt als Fliegerhorst E 18\/VII &#8211; mit einer Horstkompanie und einer Flughafenbetriebskompanie belegt. Horstkommandant war Hauptmann Breuninger, Chef der Horstkompanie Hauptmann Ott und z.b.V. Hauptmann Fritz. Flakstellungen wurden vorbereitet und die Einflugschneise vom Baumbestand freigemacht. Der Neckarsulmer Scheuerberg wurde mit einem Flugwachkommando besetzt. Am 26. August 1939 sollte der Krieg beginnen. Durch politische Aktivit\u00e4ten wurde der Kriegsbeginn nochmals verschoben. Doch vom 1. September 1939 an war Krieg.<\/p>\n<p>In Polen begann der Vormarsch der deutschen Truppen. Mit diesem Tag wurde die E-Gruppe der Fliegerhorstfeuerwehr durch eingezogenes Personal als Hilfsfeuerwehrm\u00e4nner auf Sollst\u00e4rke gebracht. Unter ihnen waren Namen wie Josef Bauer, Pius L\u00f6ser, Karl Senghas, Wilhelm Fischer,Albert Hornung, K\u00e4lber, Wilhelm Keim, Apfelbach und Ehmann, zum Teil aus Oedheim und den umgebenden Ortschaften. Zusammen mit der Truppe wurde die Feuerschutzgruppe in der Unterkunft U 1 &#8211; eine der Scheunen &#8211; behelfsm\u00e4\u00dfig, sp\u00e4ter in einer eigenen, im Westen der Anlage neu aufgestellten Feuerwachbaracke untergebracht. Eine Staffel Jagdmaschinen vom Typ He 51 landete in den ersten Kriegstagen auf dem Fliegerhorst und startete tags\u00fcber zur Aufkl\u00e4rung \u00fcber dem Westwall, der Grenze zu Frankreich. Starts und Landungen wurden \u00fcberwacht vom Rollfeldtrupp der Feuerschutzgruppe mit dem Tankl\u00f6schfahrzeug TS 2,5.<\/p>\n<p>Bild: Jagdflugzeug Henkel He 51<br \/>\nBesatzung: 1 Mann<br \/>\nMotor: BMW VI 750 PS<br \/>\nBewaffnung: 2 MG 15<\/p>\n<p>Bild: Flader-Tankspritze IS 2,5<br \/>\nMotor: B\u00fcsing\/NAC V 8 120 PS<br \/>\nL\u00f6schmittel: 2 500 1 Wasser, 250 1 Schaummittel,<br \/>\n2 Schaumrohre<\/p>\n<p>Bild: Rollfeldtrupp n Bereitschaft mit Tankl\u00f6schfahrzeug<br \/>\nvi. Ofm. Falk v.r. Uffz.? h.l. Hornung h.r. Bauer<\/p>\n<p>Die Hilfsfeuerwehrm\u00e4nner wurden in einem mehrw\u00f6chigen Lehrgang mit dem Feuerl\u00f6schdienst, insbesondere mit der Brandbek\u00e4mpfung an Flugzeugen vertraut gemacht.<\/p>\n<p>Bild: Kampfflugzeug Junkers JU 88 Besatzung: 4 Mann<br \/>\nMeter. 2 BMW 801 &#8211; 2 x 2 100 PS Bewaffnung: 7 MC 17 &#8211; 2 500 kg Bomben<\/p>\n<p>Im Arbeitsdienst mussten die Geb\u00e4ude des Fliegerhorstes und die technischen Anlagen mit Handfeuerl\u00f6schern und K\u00fcbelspritzen ausgestattet und die Truppe, meist eingezogene Reservisten, in der Handhabung der Feuerl\u00f6schger\u00e4te ebenso ausgebildet werden, wie das zivile Personal des Fliegerhorstes.<\/p>\n<p>Bild : dienstfreie Wachabteilung mit dem Chef. v.l.. Fischer W., Wassermann, Keim, Rode, Fischer E.vorn sitzend: Wieland im Hintergrund: Scheune U 1<br \/>\nNach Beendigung des Polenfeldzuges wurde die Jagdstaffel abgezogen. W\u00e4hrend der Wintermonate 1939\/40 war der Fliegerhorst nicht mehr mit einem fliegenden Verband belegt; er wurde hin und wieder von einzelnen Maschinen zum Auftanken oder f\u00fcr Kurierzwecke angeflogen. W\u00e4hrend des Angriffs der Wehrmacht auf D\u00e4nemark und Norwegen im Fr\u00fchjahr 1940 sicherte eine Staffel Jagdflugzeuge vom Typ Messerschmitt Me 109 die Grenze entlang dem Westwall. Die Staffel wurde in den ersten Maitagen wieder abgezogen.<br \/>\nBild: Jagdflugzeug Messerschmitt Me 109 Motor: Daimler-Benz 607 &#8211; 1750 PS Bewaffnung: 2 Kanonen 20 mm, 2 MG 17 Besatzung: 1 Mann<\/p>\n<p>Bild: Einsatz einer Feuerschutzgruppe an einem abgest\u00fcrzten, brennenden Kampfflugzeug Ju 88. Von der Besatzung konnten die Feuerwehrm\u00e4nner einen lebend retten, der zweite war t\u00f6dlich verletzt.<\/p>\n<p>Auch bei der Feuerschutzgruppe wurde ,,des Dienstes ewig gleichgestellte Uhr&#8221; abrupt unterbrochen, als in der Nacht vom 9. auf den 10. Mai1940 eine Flakbatterie mit 2 cm-Kanonen rund um den Fliegerhorst in Stellung ging und am Morgen feuerbereit war. Der Angriff auf Frankreich begann von der Luft aus mit massiven Angriffen der Kampfgeschwader der Luftwaffe auf die Fliegerhorste und Anlagen der franz\u00f6sischen Luftwaffe. Vom Heimathorst Schw\u00e4bisch Hall startete beim Morgengrauen die II. Gruppe des Kampfgeschwaders 53 (II. KG. 53) &#8211; eine der Traditionsgruppen der im Spanienkrieg eingesetzten ,,Legion Condor&#8221;. Als einziges Geschwader mit Kriegserfahrung flogen die Besatzungen mit ihren He 111 Angriffsspitze und hatten deshalb starke Verluste durch franz\u00f6siches Flakfeuer. Die zur\u00fcckkehrenden Maschinen der II. KG 53 landeten jetzt in Oedheim, ihrem neuen Einsatzfliegerhorst.<br \/>\nBild: Kampfflugzeug Heinkel He 111<br \/>\nMotor: 2 &#8211; 12 Zylinder Junkers, 2 x 1 200 PS<br \/>\nBewaffnung: 20 mm Kanone, 5 MC 151<br \/>\nBesatzung: 5 Mann<\/p>\n<p>Eins\u00e4tze der Feuerschutzgruppe wurden jetzt notwendig insbesondere bei Notlandungen zur\u00fcckkehrender, angeschossener Maschinen. Nach dem Waffenstillstand mit Frankreich und der anschlie\u00dfenden Besetzung von Nord- und Westfrankreich durch deutsche Truppen wurden die fliegenden Verb\u00e4nde und die Bodenorganisationen Ende Juli 1940 nach Westen verlegt. Zu diesem Zeitpunkt wurden die Angeh\u00f6rigen der Feuerschutzgruppe E 18\/VII als Unteroffiziere und als Mannschaftsdienstgrade, die Hilfsfeuerwehrm\u00e4nner als Feuerschutzsoldaten in das Soldatenverh\u00e4ltnis \u00fcbernommen. Mit der Verlegung der Feuerschutzgruppe E 18\/VII in den Bereich des Luftgaukommandos.<br \/>\nWestfrankreich \u00fcbernahm der sp\u00e4tere L\u00f6schmeister Friedrich K\u00fcbler vom Fliegerhorst Schw\u00e4bisch Hall die Leitung der Gruppe, zu der vom Stammpersonal noch der Oberfeuerwehrmann Fritz FaIk und die Feuerwehrm\u00e4nner Emil Fischer und Josef Wassermann z\u00e4hlten. Stationiert wurde die Gruppe zun\u00e4chst auf dem Feldflugplatz Rochefort, danach in La Rochelle, um anschlie\u00dfend auf Feldflugpl\u00e4tze in Polen und Russland verlegt zu werden. Durch Versetzungen von Personal zur k\u00e4mpfenden Truppe und zu anderen Feuerschutzeinheiten bot die Gruppe jetzt aber ein stark ver\u00e4ndertes Bild. Der Fliegerhorst Oedheim wurde vermutlich erst w\u00e4hrend der R\u00fcckzugsk\u00e4mpfe der deutschen Truppen in den letzten Kriegsmonaten f\u00fcr die \u00dcberreste deutscher fliegender Verb\u00e4nde reaktiviert und in dieser Zeit wiederholt<br \/>\nauch von amerikanischen und englischen Bomber- oder J\u00e4gereinheiten angegriffen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das gesamte Archiv der Deutschen Luftwaffe wurde in den letzten Kriegstagen im Jahr 1945 befehlsgem\u00e4\u00df vernichtet Dadurch sind alle Unterlagen &#8211; auch die der Fliegerhorstfeuerwehr &#8211; verbrannt und unrettbar verloren <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/feuerwehr-oedheim.de\/index.php\/chronik\/militaerflugplatz\/\">weiterlesen \u2192<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":525,"menu_order":70,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/feuerwehr-oedheim.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/546"}],"collection":[{"href":"https:\/\/feuerwehr-oedheim.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/feuerwehr-oedheim.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/feuerwehr-oedheim.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/feuerwehr-oedheim.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=546"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/feuerwehr-oedheim.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/546\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":24227,"href":"https:\/\/feuerwehr-oedheim.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/546\/revisions\/24227"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/feuerwehr-oedheim.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/525"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/feuerwehr-oedheim.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=546"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}